Pinyin - die offizielle Lautschrift der chinesischen Sprache
Pinyin ist die Standardisierte Umschrift (Lautschrift) für chinesische Schriftzeichen und deren Aussprache
Die Mehrheit der Bevölkerung, über 1,3 Milliarden Menschen unserer Erde sprechen als Muttersprache Hanyu oder eine Abwandlung daraus. Hanyu, die Sprache der „Han-Chinesen“ untergliedert sich in viele Dialektsprachen, die sich stark unterscheiden (wie z.B. finnisch und ungarisch im europäischen Raum).
Die am stärksten vertretene Dialektsprache ist Mandarin.
Das Mandarin, welches man in weitläufig in der Gegend um Peking spricht, ist heute die offizielle Sprache der Volksrepublik China und Taiwans. Spricht man von Mandarin, so ist heute diese offizielle Staatssprache gemeint. Teilweise wird diese Sprache auch als Putonghua (Allgemeinsprache) bezeichnet.
In den südlichen Provinzen der Volksrepublik China ist kantonesisch (Wu- und Yue-Dialekte) weit verbreitet. Dennoch versteht man in diesen südlichen Landesteilen ohne weiteres das Hochchinesische (Mandarin), da es auch dort die offizielle Landessprache darstellt.
Das Hochchinesische kennt insgesamt nur etwa 400 Silben (in bis zu vier Tönen). Die Vielfältigkeit der Sprache und Schrift ergibt sich durch die Kombination der Schriftzeichen. Was die chinesische Sprache für Nicht-Asiaten zudem besonders schwer macht, ist die Aussprache. Das Ungewöhnliche sind die vier Töne, das oft benannte Auf- und Absteigen der Töne der Sprache.
Beispiel:
捞 (lāo) „herausfischen“
牢 (láo) „Gefängnis“
老 (lǎo) „alt“
涝 (lào) „überschwemmen“

Im Laufe der letzten Jahrzehnte versuchten immer wieder Sprachwissenschaftler die chinesische Sprache in lateinische Lautschrift umzuwandeln. Dem von 1583 bis zu seinem Tode 1610 in China lebenden Jesuitenpaters Matteo Ricci wird der erste Versuch die chinesische Sprache in lateinischen Buchstaben wiederzugeben zu erkannt. Aber auch andere Vertreter westlicher Länder mit Beziehungen zum chinesischen Kaiserrreich, entwickelten eigene Lautschriften als Hilfestellung für Übersetzungen. So entwickelten sich bis ins 20. Jahrhundert hinein verschiedene Lautschriftsysteme, von denen auch heute noch einige genutzt werden oder für Übersetzungen sehr hilfreich sind.
Nicht nur „Ausländer“ auch die Angehörigen der chinesischen Dialektstämme haben, um das Verstehen untereinander zu ermöglichen verschiedene Lautschriften entwickelt, die zum Teil auf unterschiedlichen Systemen basierten. Dies führte über die Jahrhunderte letztlich ins Chaos, vor allem dazu, dass es gleichzeitig verschiedene und teils stark von einander abweichende Lautschriftsysteme gab, was zu mehr Verwirrung als Klarheit führte. Eine standardisierte Lautschrift festzulegen schien unumgänglich. Durchgesetzt hat sich Hanyu-Pinyin, eine Lautschrift, die unter Nutzung der 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets die chinesische Sprache und Aussprache übersetzt und darstellt. Sie wurde am 11. Februar 1958 eingeführt und basiert auf dem vom 1. Nationalen Volkskongress entworfenen „Plan für die Lautschrift des Chinesischen“ 汉语拼音方案 (hànyǔ pīnyīn fāngàn).
1979 hat die „UN Konferenz über die Standardisierung geographischer Bezeichnungen“ die Verwendung von Hanyu-Pinyin 汉语拼音 (hànyǔ pīnyīn) als Standardisierte Umschrift für chinesische Orts- und Personennamen genehmigt. Seitdem hat Deutschland so wie fast alle Länder die sich mit China befassenden Publikationen und Texte auf diese Lautschrift umgestellt. Sie wird vor allem für die Wiedergabe der Aussprache traditioneller Schriftzeichen (Hanzi) benutzt.
Große Bedeutung hat Pinyin für die EDV-Technik und Eingabe von Zeichen am Computer.
Oftmals erkennt man die Nutzung von Pinyin im alltäglichen Leben, als Zusatzschrift auf Ortsschildern, Wegweisern, Werbetafeln und Buchtiteln.
Als Grundlage für die Entwicklung einer chinesischen Blindenschrift hat sich Pinyin bewährt und mit fortschreitendem intellektuellem und international ausgerichtetem Bildungssystem gehen viele davon aus, dass sich Pinyin als Parallelschrift zu den traditionellen Schriftzeichen für ganz China entwickeln wird.
Wenn Sie chinesische Texte in Pinyin umwandeln möchten, helfen Ihnen unsere Tools weiter, die Sie selbstverständlich kostenlos nutzen können.

