Konsonanten

Nun kommen wir zu den Konsonanten.

Sinologen denken etwas anders und unterteilen zwischen An- und Auslaut. Grob gesagt sind die Konsonnanten die Anlaute der Silben und die Auslaute kommen später. Sie können einfache Vokale, aber auch Gruppen sein.

Als Deutsche haben wir es einfacher als Engländer oder Europäer, die romanische Sprachen sprechen: wir kennen die Aspiration, die es auch im Chinesischen gibt. Die Aspiration machen wir Deutschen unbewusst und daran erkennen Ausländer oft unseren Akzent. Zwischen dem Verschlusslaut und dem nachfolgenden Vokal wird gewissermaßen ein h eingeschoben. Im Gegensatz zu unserer Muttersprache ist nicht die Eigenschaft Stimmhaftigkeit bedeutungsunterscheidend, sondern die Aspiration.

Noch verwirrender ist jetzt die Notation in Pīnyīn: Für die Kennzeichnung der nichtaspirienden Verschlusslaute werden die Zeichen für die stimmhaften Konsonanten (b,d, und g) und für die aspirierten werden die Zeichen für die stimmlosen Konsonanten (p,t, und k) genutzt.

Pinyin IPA Bemerkung
b p unaspirierter, bilabialer Plosiv
p ph aspirierter, bilabialer Plosiv
d t unaspirierter, dental/alveolarer Plosiv
t th aspirierter, dental/alveolarer Plosiv
g k unaspirierter, velarer Plosiv
k kh aspirierter, velarer Plosiv

Das war noch überschaubar. Jetzt kommen drei Affrikate.

Pinyin IPA Bemerkung
j d̥ʑ̥ unaspirierter, bilabialer Plosiv
q h aspirierter, bilabialer Plosiv
x ɕ so sprechen Thüringer und Sachsen das CH in Milch

Folgende Anlaute sind teilweise retroflex. Geht man in ein indisches Restaurant, hört man das oft. Die Zunge wird bei der Artikulation nach oben gebogen.

Pinyin IPA Bemerkung
d̥z ähnlich Landsmann
tsh ähnlich Zunge, aber behaucht
s wie in weiß
ʐ ähnlich Bonjour, aber retroflex
zhī d̥z ähnlich wie in Dschungel, aber stimmlos sowie retroflex
chī h wie zh, aber stark behaucht
shī ʂ ähnlich wie deutsches sch, aber retroflex

Mit freundlicher Genehmigung von: Rainer Horen